Master News

EMS Regatta IDMa Tollensesee 16. - 18. Juli 2010 |
| Veröffentlicht von WP (wpn) am 20 Jul 2010 |
Mit einem „Big Bang“ - einem echten und sehr lauten Kanonenböller - wurde am 16. Juli unter Anwesenheit von Honorationen der Stadt die Masterschaft 2010 durch den Vorstand des SVN eröffnet.

Der 17,4 qkm große Tollensesee, direkt am Stadtrand Neubrandenburgs, wird in den touristischen Informationen als wahres Kleinod bezeichnet, und soll einer der schönsten Seen der Mecklenburgischen Seenplatte sein. Dass dies stimmt und wirklich nicht übertrieben ist kann bestätigen, wer einige Tage dort verlebt hat und auch mal den See per Rad umrundet oder per Laser erkundet hat.

Auch wird dem See guter und zuverlässiger Wind bescheinigt, was für die Laser Masters natürlich auch nicht ganz unwichtig ist.


Eine große Spielwiese mit hohen, schattenspendenden Bäumen unmittelbar am See und am Clubgelände, großzügige Flächen für Boote, Trailer und Fahrzeuge aber auch die Infrastruktur wie sanitäre Anlagen, über Stromversorgung bis zum Badesteg oder Grillplatz waren super. Gastfreundschaft sowie Hilfsbereitschaft waren ausnehmend gut und positiv. Dazu gehörte ein Frühstücksbuffet für die Teilnehmer, Abendessen an beiden Tagen und der aufmerksame, eifrige Hilfsdienst der Jugendsegler beim Slippen.
Damit zum sportlichen Teil.
Am 1. Tag baute sich ein schöner südlicher Wind auf, der zum Zeitpunkt der Eröffnung der IDMa gute 3 Bft. hatte. Mit dem erwähnten Kanonenböller wurde der Wind aber wohl er- oder verschreckt, denn mit Auslaufen der 85 Laser schwächelte er zusehends.
Erst nach längerem Warten und Kurskorrekturen gelang ein erster Lauf mit schon sehr wechselnden Bedingungen auf verkürzter Bahn. Ein 2. Rennen musste für die Standard schon auf dem zweiten Schenkel abgebrochen werden und noch vor dem Start der Radials. Die Winddrehung war zu extrem, dazu wurde es immer weniger. Weiteres Warten brachte allerdings keinen Erfolg.
Für Samstag waren die Prognosen gar nicht gut. Zudem waren Regen und Gewitter angekündigt, und die angesagte Richtung aus 270° war alles andere als vielversprechend. Aufgrund der Ausrichtung und Breite des Sees ist Westwind problematisch zur Auslegung eines Kurses. Dazu entschied man sich nur noch die kurzen Bahnen zu segeln. So kam es dann auch. Die zwei Wettfahrten, die nach einem kräftigen Regenschauer gestartet wurden, hatten es in sich. Böiger und stark drehender Wind, zudem unvermittelt auftretende Löcher zerrten stark an den Nerven. Ein sich mit Blitz und Donner ankündigendes Gewitter kam nicht, ein Verbleib auf dem Wasser schien der WL aber zu riskant. Es blieb also erst mal bei 3 gesegelten Wettfahrten. Die Ergebnislisten spiegelten - mit nur sehr wenigen Ausnahmen – die schwierigen Bedingungen wieder. Die Hoffnung auf mindestens 4 Wettfahrten und ein Streichresultat war entsprechend groß.
Der Samstagabend endete somit (zumindest von oben) trocken, so dass dem Grillfest und der anschließenden Disco nichts im Wege stand. Für den Sonntag gab es eine günstigere Windvorhersage mit 10 bis 14 Knoten, allerdings auch wieder aus West!
Es wurde entschieden den Start am Sonntag auf 9:00 Uhr vor zu verlegen und zu versuchen noch 3 Wettfahrten zu realisieren.
Sonntagmorgen tatsächlich Wind, aber auch wolkig und mit 13° deutlich kühler. Es war eine andere Garderobe gefragt, als den Tagen vorher, wo man einige in Shorts, ohne Hängehose und oben nur mit Regattaweste (nur die Männer!) auf dem Boot sah.

Bei etwa 2 Bft. in „Drückern“ vielleicht mal 3 Bft. wurden unter „black flag“ zügig die drei Rennen abgespult. Es waren die reinsten Sprintrennen, denn um ca. 11:30 Uhr war die IDMa auf dem Wasser beendet.
Die Ergebnisse wurden vielfach mit Spannung erwartet, denn in diesen 3 Regatten hatte es noch mal kräftig „geschüttelt“ und es war für die meisten Teilnehmer schwer ihren Schlussrang zu berechnen. Die WL machte es spannend. Die Preisverteilung erst auf 15:00 Uhr angesetzt, wurde auf Drängen um eine Stunde vorgezogen. Es gab aber keine Ergebnislisten vorher. Das hat sicher dazu beigetragen, dass noch die Mehrzahl der Teilnehmer der Preisverteilung beiwohnte.
Die relativ flott durch den WL bzw. Präsidenten durchgeführte Siegerehrung, die sich aber auf die jeweils Top 3 pro Klasse beschränkte, und die weiteren Platzierungen offen ließ, wurde abgerundet durch die Vergabe der diversen Sonderpreise, die Masterssprecher Ralf Marten vornahm.

Ranglisten gab es jedoch erst auf Verlangen nach Ausdruck. Die vorgezogene Preisverteilung hat sicher zu diesem kleinen Versäumnis geführt, das aber die Spannung hoch hielt!


Die beiden Gesamtsieger, Lennart Cnossen NED im Standard und den Serien Weltmeister Peter Seidenberg aus den USA im Radial, beeindruckten damit, dass sie immer ganz vorne dabei waren und mit einem Streichresultat gut ausgekommen sind. Unter den schwierigen Bedingungen war aber schnell mal auch eine zweite Wettfahrt „in den Sand gesetzt“.

Der verunglückte Abschluss- „big bang“, der wegen Ladehemmung erst beim 5. Versuch klappte, war wirklich das Einzige, was man als kleine Panne vermerken konnte. Für den Wind kann kein Veranstalter oder WL etwas!
Wolf-Peter Niessen
GER 166200
Zuletzt geändert am: 20 Jul 2010 um 17:55
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