Presseberichte und News aus der Masterszene

EUROLASER RACE CALELLA 11. - 14. März 2010 CANCELED! |
| Veröffentlicht von Webmaster (admin) am 15 Mar 2010 |
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Wir GER Masters Wolfgang Gerz, Michael Nissen und ich hatten uns vorgenommen, die weite Reise nach Calella an der Costa Brava für ein zusätzliches zweitägiges Training vor der Regatta zu nutzen. Wir wollten endlich auch dem Winter entkommen, der sich erst gerade am Wochenende wieder deutlich zurückgemeldet hatte.
... selbst dem Laser standen "die Eiszapfen zu Berge"......
So fuhren „Murks“ Nissen mit Frau und ich im Wohnmobil und Hänger mit 3 Lasern - Wolfgang hatte einen Flug nach Girona gebucht - am Montag Mittag am Bodensee los. Es lief gut und nach der Übernachtung in der Nähe von Orange - es war strahlender Sonnenschein, knackig kalt und es blies ein heftiger Mistral mit geschätzten 8 Bft. - hatten wir noch 370 Kilometer bis Calella. Wir bestätigten Wolfgang die Abholung am frühen Nachmittag am Flughafen Girona. Aber es kam ganz anders.
Bei Montpellier plötzlich Stau.
Der Mega-Stau!
Anfänglich konnten wir noch auf der PKW-Spur am doppelreihigen LKW Stau vorbeirollen. Vor einer Mautstation war aber Schluss.
....Standspuren statt Fahrbahnen....
Wir erfuhren, dass infolge starker Schneefälle am Vorabend und in der Nacht und wegen der windbedingten Verwehungen die Autobahn ab Narbonne bis zur Grenze gesperrt wurde und der Stau - einschließlich des auf der spanischen Seite - insgesamt etwa 250 km betragen sollte. Ein Schweizer LKW Fahrer berichtete schon von 20 Stunden Standzeit, eine Ende war nicht absehbar. Es war mittlerweile 11:00 Uhr, als wir endlich so weit an der Mautstation waren, dass wir nach einem U-Turn auf die Gegenseite wechseln und bei der nächsten Ausfahrt die Autobahn verlassen konnten. Nach ca.1 Stunde hatten wir die ca. 5 Kilometer bis zu einer anderen Auffahrt geschafft. Die Freude über das anfangs vergleichsweise zügige Fortkommen währte nur kurz. Stehende LKW soweit das Auge reichte. Auf der Gegenfahrbahn kamen Fahrzeuge mit viel Schnee auf dem Dach! Auch um uns herum wurde es winterlich. Dicke Schneehauben auf den Büschen des Mittelstreifens, Schneeverwehungen und von Schneeräumern aufgehäufte machten das Chaos etwas verständlicher. Es ballerte dazu nach wie vor bei Sonnenschein und Minusgraden. Und das in einer Gegend, in der man sonst Schnee nur in weiter Ferne auf den Bergen der Pyrenäen kennt.
So kämpften wir uns zum Grenzübergang Jounquera durch, wo wirklich chaotische Zustände waren und nur eine Spur frei war.
Die Abholung von Wolfgang am Flughafen in Girona hatte sich mittlerweile natürlich erledigt. Nachdem er auch - aus Überzeugung! - kein Handy hat, war eine Verständigung mit entsprechender zeitlicher Verzögerung nur per e-mail möglich. Nach Passieren der Maut-/Grenzstation - zumindest wurde weder in Frankreich noch in Spanien Maut erhoben! - verließen wir die Autobahn bei Girona in der Hoffnung, es jetzt geschafft zu haben und wir nun die restlichen 35 Kilometer schnell hinter uns bringen würden. Irrtum, auf den wegen umgestürzter Bäume, verlassener Fahrzeuge und Schneemauern an den Rändern teilweise lediglich einspurig befahrbaren Strassen ging es ebenfalls nur im „stop and go“ voran. Hinzu kam, dass der Treibstoff knapp wurde. Dass die erste Tankstelle zu war, fanden wir noch nicht tragisch, aber auch die nächsten drei waren dicht, nicht alleine durch Schnee. Als wir nach einer Umleitung in einem größeren Ort eine Tankstelle sahen, schien das Problem gelöst. Die Tankstelle war offen, aber nicht für uns! Wir erfuhren, dass aufgrund eines Stromausfalles und der dramatischen Lage Treibstoff nur an Rettungskräfte ausgegeben wird. Also Reservekanister eingefüllt und dann im Slalom eine von der Polizei empfohlene Route zwischen umgestürzten Bäumen, steckengebliebenen oder verlassenen Fahrzeugen und vielen gebrochenen Strommasten. Es waren, wie wir später erfuhren, 38 an der Zahl. Daher der Notstand. Zwischenzeitlich hatte Wolfgang von einer Telefonzelle aus Girona angerufen. Da wir (schon!) vorbei waren und es keine anderweitige Verbindung nach Calella de Palafrugell gab, beschloss er, dort ein Hotel zu nehmen und sein Glück am nächsten Tag mit dem Bus zu versuchen.
Calella - sonst von Palmen und üppiger mediterraner Vegetation geprägt, hätte einem Wintersportort Ehre machen können. Die Schneehöhe war respektabel, gut 40 cm, aber durch den offensichtlich brutalen Sturm wohl nicht beherrschbar. Auch an dieser Tankstelle wurden wir zunächst abgewiesen, doch hatte der Betreiber zum Glück Erbarmen mit unserer geschilderten misslichen Situation und gab uns wenigstens Diesel für 30 Euro.
Ein gespenstisch verlassener Ort empfing uns. Es brannte nicht ein einziges Licht und es waren keine Menschen zu sehen.
Ich setzte Michael und Ulrike im Hotel Port Bo ab und kämpfte mich mit dem Gespann im Zickzackkurs durch umgestürzte Bäume, herabgestürzte Äste und Schneehaufen, teilweise gegen Einbahnstrassen auf den dafür vorgesehenen Parkplatz oberhalb des kleinen Fischerhafens durch. Zur Überraschung war ich nicht der Erste. Die zwei NED GM’s, Henk Wittenberg und Ruud van Hal sowie ein weiterer GM aus GBR, David Beer, standen bereits mit ihren Campern dort. Sie hatten auch viel zu erzählen, waren sie doch teils schon seit vier Tagen unterwegs, davon über 20 Stunden auf einem von der Polizei zugewiesenen Parkplatz eines Supermarktes bei Narbonne.
Der nächste Morgen empfing uns mit strahlendem Sonnenschein, es war kaum noch Wind, aber mit Minus 3 Grad recht frostig.
Der Strand, die Straßencafes und Restaurants zeugten von einem brutalen Sturm. Die Schäden an Gebäuden und der Vegetation waren erheblich. Der Clubvorstand war in der Frühe noch zuversichtlich, dass die Regatta stattfinden würde. Im Verlauf des Vormittags - gerade war ein weiterer GER Master vom Bodensee, Wilhelm Rahmig, angekommen - verdichtete sich die Befürchtung, dass es keine Regatta geben wird. Gegen Mittag (Mittwoch) eröffneten uns die Verantwortlichen des Clubs, die Regatta ist gecancelt, weil vor Freitag keine Chance auf Strom und Wasser bestand und so die Mindestvoraussetzungen für die Durchführung nicht gegeben waren.
Der Vorstand des Clubs war den Tränen nahe und berichtete, dass er mit seinen 46 Jahren so eine Katastrophe in Calella noch nicht erlebt hat.
Nachdem wir Wolfgang Gerz abgeholt und gleich wieder mit nach Girona genommen und in einem Hotel abgesetzt hatten - er hatte noch einige Tage Zeit bis zu Rückflug und wollte die zum Arbeiten nutzen - starteten wir die Rückreise. Nach erneutem längerem Aufenthalt im Stau vor der Grenze nach Frankreich - es sollten ca. 3.000 LKW sein die auf den beiden rechten Spuren warteten - schafften wir am späten Nachmittag, den Grenzübergang La Jonquera und es lief bis auf den heftig gegenan wehenden Tramontana reibungslos. So schafften wir es noch vor „Toresschluss“ zu einem mir bekannten Weinerzeuger in den Corbiers zu kommen und als „Trostpflaster“ einige Kartons des köstlichen „Fitou“ Weines zu bunkern. Es sollte doch wenigstens ein Ziel der Segel-/Wein-Reise erfüllt werden.
Nach abermals 20 Stunden Fahrt - 2½ davon verbrachten wir zur Übung nochmals in einem fetten Stau kurz vor dem Bodensee bei St. Gallen - war unser Abenteuer Calella beendet. Mehr als 2.500 Kilometer für „eine Nacht in Calella“ und eine „Kurpackung Fitou Wein“!
Tolle Bilder vom Winter in Calella gibt es hier: http://www.finquesfrigola.com/nevada-2010-E.php
Wolf-Peter Niessen

...der harte Kern! (ohne Wolfgang Gerz)
v.l.: Ruud v. Hal; Wilhelm Rahmig; Henk Wittenberg; Michael Nissen; David Beer; Wolf-Peter Niessen
...ohne Schnee hätte es ausgesehen wie immer....
....der gute Wille war da....
...hier war wohl schon jemand mit Skiern unterwegs.....
Wir schafften es doch noch, an unser Ziel zu gelangen. Ich hatte allerdings gehofft, dass es dort an der Küste nicht so schlimm sein würde und wir an der mit bekannten „Tanke“ auch Diesel bekämen. Schon wieder eine böse Überraschung,
Zuletzt geändert am: 19 May 2011 um 16:51
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