Masterswochen in Norddeutschland
Das Interesse an unseren Masterstrainings hat dieses Jahr alle Erwartungen weit übertroffen. Das Training in Surendorf, traditionell zwischen den Regatten auf dem Wittensee und in Surendorf angesiedelt, war bereits direkt zum Anmeldestart überbucht. Auch das neue Training auf dem Wittensee, gedacht für Einsteiger und Aufsteiger im ILCA, füllte sich stetig. Am Ende gab es auf beiden Revieren 2 Trainingsgruppen.
Auf dem Wittensee konnten die Einsteiger bei Andreas John viel lernen; die Fortgeschritteneren wurden von Tim Albrecht betreut. Von Leichtwind bis zu kenterfähigen Bedingungen war alles dabei. Trainiert wurden alle Arten von Manövern, das Finden der Anliegeline, Starts, Beschleunigungen, Wettfahrten, Abschleppen, Pumpen… Auf lustige Übungen bei Flaute wurde allerdings verzichtet und stattdessen Wettfahrtregeln an Land geübt. Auch das Setup der Boote wurde von den Trainern kritisch in Augenschein genommen. Am ersten Abend hat die DLAS zum Grillen eingeladen mit einer Sonnenfinsternis als Rahmenprogramm. Und weil es so schön war, haben wir das gemeinsame Grillen noch an weiteren Abenden in Eigenregie wiederholt. Sehr gelungene 4 Trainingstage, wie ich finde.
Voll motiviert haben die meisten Trainingsteilnehmer und -teilnehmerinnen anschließend an der Mastersregatta auf dem Wittensee teilgenommen. Mit insgesamt 67 Seglern und Seglerinnen im ILCA 6 und ILCA 7 wurde ein neuer Rekord erreicht. Besonders erfreulich: Wir waren 12 Frauen und davon 4 Nachwuchsmasterinnen. Auch unsere holländischen Freunde waren wieder angereist. Bei sehr schön zu segelndem Mittelwind, einigen Drehern und auf dem gewohnten Up- and Down-Kurs fanden am Samstag die geplanten 4 Wettfahrten statt. Danach wurden wir wie gewohnt mit Chilli Con Carne, Mousse au Chocolat und Livemusik verwöhnt. Am Sonntag war der Wind leichter und die Bedingungen schwieriger. Im ILCA 6 wurden die beiden Wettfahrten von Neumasterin Jana Scherbath, die dank Alstererfahrungen mit den Bedingungen bestens klarkam, und Martin Holste vom WSCW gewonnen. Bei den Top 3 der ILCA 6 änderte sich allerdings nichts. Im ILCA 7 wurde bis auf den 1. noch einmal alles neu gemischt. Am Ende standen Wilmar Groenendijk und Helge Spehr ganz oben auf dem Treppchen. Die Damenwertung ging an mich.
Wie immer machten sich viele danach auf dem Weg nach Surendorf.
Hier stand zunächst das Masterstraining an, dieses Mal gedacht für die Experten mit internationalen Regattaambitionen. Die „Nachwuchsexperten“ wurden von Andreas John betreut; die übrigen durften bei Frank Weichbrodt an ihren Fähigkeiten feilen. Wie auch in der Woche davor, gab es alle Arten von Bedingungen. Wir haben also schön gehangen, sind Wellen runtergesurft, haben aber auch Manöver trainiert und Starten geübt. Auch für die Surendorf-Trainingsgruppen gab es ein von der DLAS gesponsertes gemeinsames Grillen am ersten Trainingstag. Am Freitag waren wir einigermaßen ausgelaugt, zumal einige auch die perfekten Bedingungen am Montag schon zum Segeln genutzt hatten.
Vor der Regatta hatten die meisten einigermaßen viel Angst: Die Windvorhersage hatte je nach Modell Böen deutlich über 20 Knoten im Angebot. Der 1. Regattatag war dann auch eher kurz: Start, Kentern, wieder nach Hause. Mir sind nur 2 Segler bekannt, die nicht baden gegangen sind. Wie immer, wurden wir danach mit leckerem Grillgut und selbstgemachten Salaten beglückt. Das Wetter war in diesem Jahr leider nicht karibisch: Bei Wind, Regen und 15 Grad haben war Kuscheln im Regattazelt angesagt. Am Sonntag war der Wind zwar nicht weniger, aber konstanter und damit etwas einfacher zu segeln. Das Feld war allerdings auf die Hälfte geschrumpft, und wir hatten im ILCA 6 mit Ingo und Tim zwei Überläufer aus dem ILCA 7. Ansonsten wäre es nicht mal eine Ranglistenregatta geworden. Da muss also noch deutlich mehr trainiert werden. Es wurden die geplanten 4 Wettfahrten gesegelt. Die Gewinner sind Thorsten Wyk, immerhin ein „echter“ ILCA 6 – Segler, im ILCA 6 und Viktor Karlsson aus Schweden im ILCA 7. Insgesamt dominierten auch in diesem Jahr die Mastersauf den vorderen Plätzen.
Vielen Dank an alle, die die Masterstrainings und unsere beiden Lieblingsregatten in Norddeutschland möglich gemacht haben, also an die beiden Vereine WSCW und STS Surendorf, insbesondere Dieter Gerngroß und Ramdas Weichert. Wir haben uns, wie immer,sehr willkommen gefühlt und freuen uns schon auf nächstes Jahr. Für die Trainings durften wir alle Clubeinrichtungen benutzen, kostenfrei campen, und Ihr habt uns noch dazu mit Euren Motorbooten unterstützt. Ohne Euch wären die Trainings in der Form nicht möglich gewesen.
Und auch bei unserem großartigen Trainerteam Tim, Andreas und Frank möchte ich mich herzlich bedanken. Aus teilweise schwierigen Bedingungen habt Ihr das Maximale an Lernerfolg für uns rausgeholt. Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr wieder auf Euch zählen können.
Wenn ich mal Rückschlüsse aus der Begeisterung der Teilnehmer ziehe, dann haben wir nächstes Jahr mindestens je 3 Trainingsgruppen.
Die vollständigen Ergebnisse der beiden Regatten findet Ihr hier:
Wittensee: manage2sail.com
Surendorf: manage2sail.com
In der Nordmastergesamtwertung liegt Thorsten Wyk ganz knapp auf dem 1. Platz. Er kann aber noch eingeholt werden. Also, meldet schnell bei der letzten Regatta der Serie, die am 19./20.09. auf dem Ratzeburger See stattfindet, leider parallel zur Masters EM.